Maps of destruction

Maps of Destruction ist ein Orientierungsmodell und Lernsystem für Teams und Organisationen, die nicht nur wachsen wollen – sondern verstehen, was geschieht, wenn etwas auseinanderfällt.


Organisationen zerbrechen selten plötzlich. Sie verlieren ihre Form.

Lange bevor Konflikte eskalieren oder Projekte scheitern, entstehen feine Risse: im Vertrauen, in der Ausrichtung, im gemeinsamen Sinn. Momente des Nicht-Wissens tauchen auf, werden übergangen, rationalisiert oder überdeckt – bis der Bruch nicht mehr zu übersehen ist.


Maps of Destruction setzt genau dort an.
Es macht sichtbar, was sich bereits bewegt, bevor es benannt werden kann – und schafft die Grundlage, diese Prozesse bewusst zu durchlaufen, anstatt von ihnen überrollt zu werden.

Im Zentrum stehen drei miteinander verbundene Perspektiven:

  • Erfahrungen– die Bewegungen, die durch Menschen und Systeme gehen: Risse, Desintegration, das Gefühl zu fallen

  • Felder– Zustände im Prozess, in denen Orientierung verloren geht und sich neue Formen andeuten: Nicht-Wissen, Rückzug, Leere

  • Praxis – die Fähigkeit, zu sehen, zu benennen und zu bleiben, wenn Systeme instabil werden

Aus diesen Perspektiven entstehen konkrete Formate:

Kartensets, die Sprache für das Unausgesprochene geben, Workshopdesigns, die Spannungen bearbeitbar machen, und Facilitation-Ansätze, die Teams durch Übergänge führen, die sich nicht planen lassen.


Dieses Projekt ist kein abgeschlossenes Modell.

Es wächst mit jeder Anwendung.


Neue Muster, Beobachtungen und Praktiken verdichten sich zu einem System, das nicht vorgibt, wie Veränderung zu verlaufen hat – sondern Orientierung bietet, wenn bekannte Logiken nicht mehr tragen.


Maps of Destruction arbeitet nicht gegen Zerfall.

Es arbeitet mit ihm.


Es unterstützt Organisationen darin,

  • Spannungen früh zu erkennen, bevor sie eskalieren
  • Übergänge bewusst zu gestalten, statt sie zu vermeiden
  • Enden und Abschiede als Teil von Entwicklung zu würdigen
  • und aus Auflösung neue Form entstehen zu lassen

Dort, wo Systeme ihre Form verlieren, beginnt die eigentliche Arbeit.

Experiences
Experiences beschreiben die Dynamiken und Bewegungen, die durch ein System gehen – und gleichzeitig von den Menschen darin erlebt werden, wenn es sich verändert, instabil wird oder beginnt, seine Form zu verlieren.

Sie sind Bewegungen im Prozess – spürbar im Erleben und im System, bevor sie erklärbar sind.

Experiences machen zugänglich, was sich bereits verschiebt, auch wenn es dafür noch keine gemeinsame Sprache gibt.
Fallen
Halt geht verloren, Orientierung kippt – ein Gefühl von Kontrollverlust und Bewegung ins Ungewisse entsteht.
Zerbrechen
Was getragen hat, reißt auf – ein Bruch wird spürbar, der nicht mehr rückgängig zu machen ist.
Auflösen
Form verliert sich, Grenzen werden porös – etwas zerfließt langsam und wird ungreifbar.
Spannung
Gegensätzliche Kräfte wirken gleichzeitig – Druck baut sich auf und hält das System in Erwartung.
Stillstand
Nichts bewegt sich weiter – Prozesse stocken, ohne sich zu lösen oder zu verändern.
Zusammenziehen
Alles zieht sich zusammen – Raum wird enger, Druck verdichtet sich nach innen.
Felder
Felder beschreiben die Räume von Übergang.
Sie geben den Bewegungen einen Raum.
Felder benennen Zustände im Prozess, in denen sich Dynamiken verdichten – und zeigen, wo sich ein System befindet und welche Qualität dieses Feld hat.
Nicht-Wissen
Ein Ort ohne Orientierung. Ein Feld, in dem Gewissheiten fehlen und sich nichts festhalten lässt – offen, unklar, noch nicht formbar.
Rückzugsort
Ein Ort, der hält, ohne festzuhalten. Ein Feld, in dem Zerfall für einen Moment pausiert – geschützt, aber nicht gelöst.
Leere
Ein Ort, an dem nichts mehr trägt. Ein Feld ohne Richtung, ohne Bewegung – weit, still und zugleich schwer auszuhalten.
Kompost
Ein Ort der Verdichtung und Zersetzung. Ein Feld, in dem Altes nicht verschwindet, sondern sich verwandelt und das Neue bereits in sich trägt.
Die Grenze (Verdichtung)
Ein Ort der Trennung. Ein Feld, in dem etwas endet und nicht weitergeführt werden kann.
Emergenz / (Flow)
Ein Ort, an dem etwas beginnt sichtbar zu werden. Ein Feld, in dem sich zeigt, was vorher nicht greifbar war – noch fragil, noch offen.
Praktiken & Fähigkeiten
Praktiken beschreiben die Fähigkeiten und Haltungen, die es braucht, um Übergängen bewusst zu begegnen – ohne von ihnen mitgerissen zu werden.
Sie machen bewusst, was Menschen tun können, wenn Systeme instabil werden.
Praktiken ermöglichen es Menschen und Teams, Spannungen wahrzunehmen, das Geschehen im Feld sichtbar zu machen und Übergänge gemeinsam zu tragen.
Sehen & Benennen
Wahrnehmen, was geschieht, und es aussprechen – auch wenn es noch unscharf ist.
Zeugenschaft
Da bleiben und wahrnehmen, ohne einzugreifen – und dem Geschehen Raum geben.
Bleiben
Im Prozess bleiben, auch wenn er instabil wird oder unangenehm ist.
Hinhören
Auf das achten, was gesagt wird – und auf das, was sich darunter zeigt.
Innehalten
Den Ablauf unterbrechen, um wahrzunehmen, was gerade geschieht.
Halten
Spannung und Auflösung gemeinsam tragen, ohne vorschnell zu stabilisieren.
Resilienz
Made on
Tilda